HIM-Preis

HIM Preis


Für herausragendes Engagement im Bereich der Einhaltung, des Schutzes und der Förderung der Menschenrechte als Basis für Freiheit, Gleichheit und  friedliches Zusammenleben, vergibt die gemeinützige Hamburger Initative für Menschenrechte seit 2016 jedes Jahr den HIM-Preis an Initiativen, Organisationen und Einzelpersonen. 

Weitere Informationen zum HIM Preis 2018 und den HIM Preis 2019 finden Sie auf dieser Seite im Verlauf und unter diesem Link. Die Informationen zu den Preisen aus den Jahren 2016 und 2017 finden Sie im Archiv.
 

Allgemeines


 

Profil des Preises

Der Preis wird grundsätzlich einmal im Jahr verliehen und ist dotiert mit 10.000 €  bis 15.000€. Diese Summe kann auf bis zu drei  Preisträger verteilt werden.
Die jährliche Verleihung findet vor geladenen Hamburger Bürgern und Vertretern aus der Wirtschaft, Kultur und der Zivilgesellschaft statt. 

Mit dem Preis sollen vorzugsweise freie, zivilgesellschaftliche Initiativen und Organisationen sowie gemeinnützige Nichtregierungsorganisationen (NGO’s) ausgezeichnet und unterstützt werden.

 

Vergabekriterien

  • Innovationsgrad

  Projektidee und Konzeption sind wegweisend im speziellen Wirkungsumfeld.

  • Wirksamkeit

  Eine menschenrechts- oder bürgerrechtsrelevante Wirkung  ist bereits erkennbar oder potentiell 
  wahrscheinlich.

  • Vernetzung

   Das Projekt stärkt die Zivilgesellschaft, indem es Brücken zu ähnlichen oder ergänzenden Vorhaben bildet.

  •  Vorbildcharakter

    Das Projekt kann potentiell Vorbild für ähnliche Initiativen sein und durch mediale Verbreitung, Nachahmung      und  Kooperation  eine größere Wirkung erzeugen.


Die Preisträgerorganisation soll Mindeststandards an Struktur, Transparenz (wie z. B Ansprechpartner, Website), finanzielle Solidität, Nachprüfbarkeit und Nachhaltigkeit erfüllen. HIM hält mit den Preisträgern Kontakt.

 

Vergabeprozess

Der Preis wird nicht öffentlich ausgeschrieben. HIM benennt die Kandidaten nach Beratung durch Experten, die ausgewiesene Kenner  der Projektlandschaft eines von HIM jeweils jährlich vorgegebenen Bereiches aus dem Themenkreis der Menschenrechte sind.
 



 

 

HIM Preis 2021


 

Stop Slavery – HIM-Preis live im Internet

How many slaves work for you? Dieser Frage geht der HIM-Preisträger 2021 Justin Dillon mit seiner IT-Firma „FRDM“ (steht für „Freedom“) nach. Sein Ziel: Moderne Sklavenarbeit aufzudecken und zu bekämpfen. Dafür erhielt er den mit 10.000 Euro dotierten Hamburger Preis für Menschenrechte. Aus der Hamburger Bucerius Law School wurde der Preis zum ersten Mal live online verliehen.

 

 

Der Preisträger

Moderne Sklaverei ist kein Thema der Vergangenheit. Schätzungen zufolge arbeiten noch heute bis zu 40 Millionen Erwachsene und mehr als 150 Millionen Kinder unter sklavenähnlichen Bedingungen. Sklavenarbeit ist weder rechtlich noch politisch legitimiert, aber sie ist omnipräsent und fester Bestandteil vieler globaler Wertschöpfungsketten. Justin Dillon kämpft seit über 10 Jahren gegen Moderne Sklaverei. 2011 startete er mit seinem Unternehmen „Made in a Free World“ und Unterstützung des US-Außenministeriums das Projekt „Slavery Footprint“.  Damit kann jeder Konsument herausfinden, wie hoch der Anteil von Sklavenarbeit an einem Produkt ist: https://slaveryfootprint.org

„Um Veränderungen zu schaffen, braucht man den festen Willen. Daraus entsteht dann der Weg – vorausgesetzt, dass die Zeit stimmt“, sagt Justin Dillon am Abend der Preisverleihung. Über 50 Millionen Menschen haben inzwischen ihren Slavery Footprint ermittelt. Die Zeit war reif für das Projekt „FRDM“, das für Freedom steht: https://www.frdm.com. Ein Business-Tool, mit dem Unternehmen Sklaverei in ihren Lieferketten identifizieren können.

„Each company has its unique buying power,” sagt Dillion, ihre eigene Macht am Markt. „Together they form the coalition of the willing.“ Warum die Zeit für Veränderung gekommen ist? Weil viele Menschen eine Armut verspüren, die „poverty of meaning“. Damit einher geht die Sorge um unseren Planeten und eine Sehnsucht „to be part of a story that is bigger than yourself.“

 

Justin Dillions ganze Story, seine Antworten auf unsere Fragen und die HIM-Preisverleihung können Sie nachhören und erleben unter dem Link auf unserer Website: www.menschenrechte.hamburg.

 

 

 



 

 

HIM Preis 2019


 

Der Festvortrag

 

Dr. Claus Kleber ist promovierter Jurist und moderiert seit 2003 das heute journal im ZDF. Zuvor war er Korrespondent in den USA und in London. Zusammen mit seiner Co-Autorin Angela Andersen realisierte er 2018 die Menschenrechte-Dokumentation UNANTASTBAR. Sie zeigt die aktuellen Gefahren für freiheitliche Systeme auf und feiert Menschen rund um den Planeten, die sich dafür einsetzen, dass die große Vision nicht untergeht: Menschenrechte müssen unantastbar bleiben.

 

Der Film UNANTASTBAR ist bis zum 15.12.2019 abrufbar unter: https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzeit/unantastbar-menschenrechte-100.html
 

 

 

Die Preisträger

 

Thorn: Digital Defenders for Children

Das Internet ist der größte Marktplatz für Kinderhandel und Kinderpornographie weltweit. Kinder werden entführt, verkauft und missbraucht, oft jahrelang nicht gefunden. Thorn, eine von Demi Moore und Ashton Kutcher im Jahr 2012 gegründete Non-Profit-Organisation, arbeitet mit einem Team von Spezialsten an technischen Lösungen, um Opfer und Täter schneller zu identifizieren. Alleine im letzten Jahr konnte mit Hilfe des Programms 'Spotlight' 10.000 Minderjährige auf einschlägigen Internetseiten gefunden werden.
 
 

 

Operation Collateral Freedom

In vielen Länder exestieren weder Pressefreiheit noch freies Internet. Gegen die Cyper-Zensur hat Reporter Ohne Grenzen seine 'Operational Collateral Freedom' gestartet: Raffinierte Techniken eröffnen verbotenen Websites in China, Saudi Arabien, Iran und anderen Ländern alternative Online-Zugänge. 22 Nachrichtenkanäle von Journalisten des internationalen Netzwerks sind seit vier Jahren freigeschaltet und verzeichnen 142 Millionen visits.  

www.rsf.org/en/collateral-freedom

 

The Uncensored Playlist

Es begann mit einer genialen Idee: Zensur mit Musik zu hacken. Denn Streaming-Dienste sind selbst in Ländern mit strenger Medienzensur frei zugänglich. Aus der Idee machte die Werbeagentur DDB zusammen mit Reporter ohne Grenzen, Journalisten und Musikern ein digitales Schlupfloch. Nachrichten wurden zu Songtexten, die Songs erreichten ein Millionenpublikum, z.B. Platz 8 in den vietnamesichen Charts. Heute ist die 'Uncensored Playlist' mit höchsten internationelen Auszeichnungen dekoriert. Und erhält den HIM-Ehrenpreis.  

 

 

Bildergalerien der Preisverleihungen

HIM Preis 2019

(c) Fotos: Volker Renner

HIM Preis 2018


 

'Verlernt den Hass - wie in Kinderköpfen der Frieden von morgen entstehen kann'

So lautete das Motto des HIM-Preises für Menschenrechte 2018. Rund 180 Gäste nahmen an der bewegenden Preisverleihung im Galionsfigurensaal des Altonaer Museums teil. Den Preis erhielten die Jiyan Foundation for Human Rights, die sich im Irak engagiert, und Street Children Aid aus dem Süd-Sudan.

 

Die Preisträger

 

streetchildrenaid

Kinder im Süd-Sudan, die durch Gewalt und Krieg ihre Heimat und ihre Eltern verloren haben, finden seit 10 Jahren Zuflucht bei Street Children Aid (SCA), einer NGO in Juba. Hier erleben sie Schutz und seelische Unterstützung, hier sind sie sicher vor Hunger und Chaos, der verbreiteten Kinderehe und einem Schicksal als Kindersoldaten. SCA hilft bei der Suche nach Angehörigen, sorgt für Ausbildung und eröffnet Perspektiven auf ein neues Leben. Bei uns zu Gast ist Paul Boyle, der seit vielen Jahren Trauma-Healing Workshops für Kinder und Helfer u.a. in SOS-Kinderdörfern leitet. Er kennt und begleitet die SCA seit der Gründung.

www.streetchildrenaid.org

 

Jiyan Foundation

Jiyan ist das kurdische Wort für “Leben". Die Jiyan Foundation wurde im Jahre 2005 in Kirkuk, Irak, gegründet. Sie unterstützt Überlebende von Krieg und Menschenrechtsverletzungen mit medizinischer Hilfe, einer qualifizierten Trauma-Therapie und rechtlicher Beratung. 50 % der Hilfesuchenden sind Frauen, 30 % sind Kinder und Jugendliche. Um sie auch in Zukunft zu schützen, bietet die Jiyan Foundation Hilfe bei der Ausbildung sowie Programme zur politischen Erziehung, zu Menschenrechten und Demokratie an. Erklärtes Ziel ist es, die Menschen nicht als Opfer zu stigmatisieren, sondern sie zur Teilnahme am Prozess der Rehabilitation und zum Aufbau einer friedlichen Zivilgesellschaft zu ermutigen. 

www.jiyan-foundation.org

 

 

Der Festvortrag

 

Ahmad Mansour

Ahmad Mansour ist Psychologe und Autor mit palästinensischen Wurzeln und deutscher sowie israelischer Staatsangehörigkeit. Seine Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention hat es sich zur Aufgabe gemacht, Werte und Grundsätze unserer Gesellschaft an Menschen zu vermitteln, die neu in Deutschland leben, um einen emotionalen Zugang zwischen Zuwanderern und Mehrheitsgesellschaft zu schaffen und eine erfolgreiche Integration zu ermöglichen. 

www.mind-prevention.com

 

Mehr Informationen zu der Preisverleihung finden Sie hier

 

Bildergalerien der Preisverleihungen

HIM Preis 2018

2018: (c) Maike Klein, Hamburg

 

Informationen zum HIM-Preis der vergangenen Jahre finden Sie hier: HIM-Preis - Archiv